Hilchenbacher Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Unterstützt von den Evangelischen Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen sowie dem Bürgermeister der Stadt Hilchenbach


Unterstützung
Flaggen
Nazi-Musik
Rock für Deutschland
Sport gegen Rechts
Musiker und Bands
 
gegen Rechts
PRESSE
Gewalt
Zeichen/Symbole
Internet
Kneipen
Resolution
Hinweise
Gästebuch
Juden  in Hilchenbach

Prozesse gegen Nazis
Skinheads

wr_kopf.gif (7496 Byte)

Leserbriefe zur Veranstaltung des Hilchenbacher Bündnisses im Gemeindehaus

Nazis danken für Toleranz
02.02.2001 / LOKALAUSGABE / KREUZTAL

Hilchenbach. Betr.: Veranstaltung gegen Rechtsextremismus in Hilchenbach, WR vom 31.1. und 1.2. Zu Beginn kam es zu einem "Zwischenfall", als ich die anwesenden Gäste darauf aufmerksam machen wollte, dass sich sieben Neo-Nazis im Saal befinden. Leider konnte ich die Argumente gegen das Verbleiben der Neo-Nazis im Saal nicht ausreichend darlegen. Durch die Duldung der Nazis im Saal wurde der Eindruck erweckt, dass diese ja gar nicht so schlimm sein können, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu Wort zu melden oder auch nur anwesend zu sein. Die Neo-Nazis werden sich für die Toleranz artig bedanken, aber in ihren Menschen verachtenden, intoleranten Bestrebungen fortfahren. Den Neo-Nazis eine Plattform für ihre Beiträge bei einem solchen Treffen zu geben, ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die Opfer des rechten Terrors geworden sind oder noch werden. Die Neo-Nazis im Saal zu lassen, war schon schlimm; den Vogel aber schoss Manfred Zabel ab, als er erklärte, dass sich der Faschismus heute nicht mehr durchsetzen könnte, da die deutschen Unternehmer aus der Geschichte gelernt hätten und ihnen das Ansehen Deutschlands im Ausland wichtiger geworden wäre. Dies ist also der Grund, warum wir die Immigranten vor Nazis schützen! Menschenverachtung und selbstherrliches Demokratieverständnis war an diesem Abend nicht nur bei jungen Kahlköpfen zu konstatieren.

Frank Nitzsche Per E-Mail

Gewalt-Opfer zeigte Zivilcourage
13.02.2001 / LOKALAUSGABE / KREUZTAL
Hilchenbach. "Nazis danken für Toleranz", Leserbrief von Frank Nitzsche, WR vom 3.2. Das Antidiskriminierungsbüro bedauert die Äußerung von Herrn Nitzsche bezüglich der Hilchenbacher Veranstaltung sehr. Im September vergangenen Jahres hat ein von rechtsradikaler Gewalt Betroffener unser Büro aufgesucht und um Hilfe gebeten. Daraufhin wurden die Mitarbeiterinnen tätig und wandten sich an verschiedene Hilchenbacher Institutionen sowie an überregionale Organisationen (u.a. AStA der Universität Siegen und Antifa-AG), um ein gemeinsames Projekt gegen Rechtsradikalismus zu initiieren. Hier ist besonders der evangelischen Kirchengemeinde in Hilchenbach zu danken. Aus Erfahrung wissen wir, dass Diskriminierung - welcher Art auch immer - ein Alltagsproblem ist, aber nur wenige Menschen solche Erfahrungen schildern und professionelle Hilfe suchen. Man konnte vermuten, dass es noch mehr Betroffene in Hilchenbach gibt. Deshalb war es den Mitarbeiterinnen des Antidiskriminierungsbüros besonders wichtig, das Thema auf politischer Ebene zu behandeln und zu überlegen, wie Betroffene geschützt und unterstützt werden können. Es bot sich an, die Bewohner der Stadt Hilchenbach in einer Informationsveranstaltung zu Zivilcourage und aktiver Mitwirkung aufzufordern. Die sichtbare und spürbare Unterstützung von über 300 teilnehmenden Personen im Saal war ein wichtiges Zeichen für den Betroffenen selbst, der auf dieser Veranstaltung über seine Erfahrungen mit Rechtsradikalismus in Anwesenheit der besagten Nazis berichtet hat. Das nennen wir Zivilcourage! Das Verhalten von Herrn Nitzsche deutet hingegen gar nicht auf ein so seltenes Gut hin. Zwar hatte Herr Nitzsche an den Vorbereitungstreffen im Vorfeld des Hilchenbacher Bündnisses - vor seiner Gründung - teilgenommen, doch kürzliche Absprachen vor der Veranstaltung gar nicht mitbekommen, da er von weiteren Vorbereitungstreffen fern blieb. Bezüglich der beleidigenden öffentlichen Äußerung gegenüber dem Moderator, Herrn Professor Manfred Zabel, möchte sich das Antidiskriminierungsbüro ebenfalls deutlich distanzieren. Denn Herr Nitzsche war scheinbar in der gegebenen Situation von seinen Emotionen geleitet, sodass er die eigentliche Aussage des Kurzreferates nicht erfassen konnte.

Alice Rademacher Mitarbeiterin des Antidiskriminierungsbüros Hinterstraße 52 57072 Siegen